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Klaus Kühlwein:
Warum der Papst schwieg: Pius XII. und der Holocaust

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Kurzbeschreibung

Ist Papst Pius XII. (1939–1958) ein Judenretter oder ist er an den millionenfachen Judenmorden mitschuldig? Beides ist bis auf den Tag heftig umstritten. Das erzählende Sachbuch bringt anhand erst heute zugänglicher Quellen den Menschen Eugenio Pacelli nahe, der als Diplomat und Papst in den Jahren zwischen 1933–1945 stets um das richtige Verhalten rang. Der Leser erlebt mit, warum der Papst nie Sicherheit zwischen der Notwendigkeit kluger Zurückhaltung und der Pflicht zu öffentlichem Aufbegehren gewann.

Rezension

Eine neutralgehaltene Grundlage durch exzellente Recherche

Dr. Klaus Kühlwein schreibt in seinem Sachbuch "Warum der Papst schwieg - Pius XII. und der Holocaust", wie der Titel schon sagt, über Papst Pius XII., der in der Zeit des zweiten Weltkriegs zum Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche gewählt wurde.

Problemstellung

Umstritten sind die Ansichten über sein Handeln überall auf der Welt und es stellen sich Fragen aus verschiedenen Sichtweisen, ob es richtig war, dass Papst Pius XII. sich nicht öffentlich zu den Grausamkeiten vor allem gegenüber den Juden während der Diktatur Hitlers äußerte. Oder ob Papst Pius XII. genau das richtige getan hat, um nicht noch weitere Juden zu gefährden und ihre Lage mit einer öffentlichen Stellungnahme zu verschlimmern.

Umsetzung

Dr. Klaus Kühlwein greift umfassend all diese Fragen schon zu Beginn seines Buches auf, führt Thesen und Antithesen an und beleuchtet beide Seiten des Streites um Unrecht und Recht bezüglich Papst Pius XII. Er lässt für jede Meinung Raum und nimmt diese und auch ähnliche Fragen, Vorurteile, Urteile und Meinungen zum Anlass, zuerst einmal die Situation sachlich aufzuklären, um die es sich grundsätzlich dreht.

Recherche

Intensive Vorbereitungen und eine detailverliebte Recherche belegen seine Thesen anhand von glaubwürdigen Aussagen, die vor allem auch im Seligsprechungsprozess Papst Pius XII. gemacht wurden, wie auch immense Dokumente aus dem Geheimarchiv des Vatikans, zu denen Kühlwein Zugang erhielt. Aus einer seitenlangen Liste an Quellverweisen bekommt man einen Eindruck von der Fülle der Recherche um diese umstrittene Thematik. Darunter nicht nur oben erwähnte Aussagen von Zeitzeugen, sondern auch Briefe und Dokumente an den Vatikan und von Papst Pius XII. selbst. Des Weiteren konnte Kühlwein in verschiedenen Gesprächen weitere Details erfahren und seine Vermutungen, Einschätzungen und Fragen klären, um sein Buch abzurunden und zu vervollständigen.

Inhalt

Grundsätzlich widmet sich Kühlwein der Frage, was für ein Mensch Papst Pius XII. gewesen sein muss, was ihm anhand seiner kirchlichen wie auch menschlichen Lebenslaufbahn und aus verschiedenen Notizen, Dokumenten und Zeitzeugenaussagen wunderbar gelingt. Man erhält einen in sich stimmigen und bald schon vertrauten Eindruck des Mannes und Menschen Eugenio Pacelli. Von seiner Kindheit über seine Schul- und Studiumszeit bis hin zu seiner "Karriere" im Vatikan, die er selbst offensichtlich so gar nicht angestrebt hatte.

Zeitgeschichtlich wird der Leser parallel informiert, wie die Lage in Deutschland sich entwickelt und letztendlich verschärft, und was Pacelli schon vor seiner Amtszeit gedacht haben muss, beziehungsweise auch, wie sehr Pacelli Deutschland mochte, und selbst auch lange Zeit dort wohnte.

Kühlwein schreibt in flüssigen und klaren Worten, um den Kern der Sache zu treffen, ohne zu übereilen oder gar eine Meinung vorweg zu nehmen. Man fühlt mit dem Menschen Pacelli mit, kann viele Schritte, die er tat, verstehen und dennoch getrennt davon für sich selbst entscheiden, ob sie richtig waren oder falsch. Pacelli als perfektionistischer Katholik, der alle Für und Wider abwägt, um eine Entscheidung zu treffen, der Bücher liebt, diplomatisch wirkt und versucht, immer das richtige zu tun, damit er seinem gegenwärtigen Amt, gleich welches es zu seinerzeit war, gerecht wurde.

Intention

Eine strikte Meinung, die der Leser übernehmen soll, gibt Kühlwein nicht vor, auch wenn er an wenigen Stellen den Leser wissen und teils erahnen lässt, wie er selbst über die ein oder andere Sachlage, Tat oder eben Nichttat denkt. Er überlässt es trotz allem offensichtlich dem Leser, aus der Fülle der Informationen, die Kühlwein für diesen zusammengetragen und kompakt verständlich sowie in eine logische Reihenfolge gebracht hat, sein eigenes Bild und seine eigene Meinung zu bilden.

Er drängt nicht, wie es manch andere Autoren tun, seine Meinung auf, und er gibt dem Leser das Gefühl, dass dieser auch mit einer gegenteiligen Ansicht über die Sachlage nicht verurteilt wird. Kühlwein hat es in seinem Buch geschafft, die Tatsachen auf den Tisch zu bringen und zwischen diesen einen logischen Zusammenhang zu schaffen, in dem er die Person Eugenio Pacelli intensiv beleuchtet, sodass dieses Buch als Grundlage gelten kann, um sich in die Materie einzufinden und sich selbst in seiner Meinung zu festigen, wenn man nicht gänzlich von anderen Büchern und Meinungen vorbelastet ist.

Prinzipiell dürfte es der Kirche ein Dorn im Auge sein, wie auch vielleicht vielen exzessiv gläubigen Katholiken, dass Kühlwein den Papst vermenschlicht. Doch genau das war Eugenio Pacelli alias Papst Pius XII. - ein Mensch. Trotz seiner hohen Position, der höchsten der katholischen Kirche, war er ein Mensch, ein Individuum mit Stärken und Schwächen, über die man streiten kann. Doch nur so lässt sich sein Handeln besser verstehen und auch teilweise erklären, ohne die Handlungen mit seinem Wesen zu beurteilen oder zu rechtfertigen. Es bleibt grundsätzlich mehr als genug Raum, um weiterhin eine Pro- oder Contra-Meinung zu bilden, da die Beleuchtung der Person Pacelli keine Rechtfertigung darstellt, sondern nur ein überaus wichtiger Hintergrund, mehr zu verstehen und seinen Horizont über manch eine Blindheit hinweg zu erweitern.

Lesefluss

Es sei nicht unerwähnt, dass ein gewisses Hintergrundwissen um den zweiten Weltkrieg, wie auch verschiedene Fachausdrücke bezüglich der Hierarchie in der katholischen Kirche, aber auch geschichtlich gesehen, hilfreich sein können, um den Lesefluss nicht zu unterbrechen. An manchen Stellen ist es schwierig, die verschiedenen Synonyme zu unterschieden, wenn man sich nicht grundsätzlich mit der Materie aus dieser Zeit oder der aus der katholischen Kirche beschäftigt. Dennoch ist dieses Buch überaus flüssig zu lesen, ohne dass es an irgendeiner Stelle trocken und zu schwierig wirkt.

Kühlwein hat es geschafft ein Sachbuch als gut recherchierte, biografisch-menschliche Geschichte aufzubauen, die den Tatsachen ins Auge blickt und die jeder Leser für sich auch verstehen kann, weil er sich selbst in seinem Menschsein ebenso gut auskennt.

Fazit

Für jeden ist es zu empfehlen, der sich mit der Sachlage um den Papst während des Holocausts auseinandersetzen möchte und der seine Meinung selbst, auf eigenem Weg und frei von Beeinflussung zu bilden pflegt.

Wünschen Sie, dass ich Ihr Buch bewerte und einen entsprechende Rezension verfasse, schreiben Sie mich einfach an!

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